dr. manfred miller managementberatung

Schlecker Pleite war schon 2002 vorauszusehen

Dr. Manfred Miller hat den Niedergang der Drogerie-Kette schon 2002 vorher gesagt und die Gründe hierfür strategisch abgeleitet und aufgezeigt. In einem Interview der Lebensmittel Zeitung 39/2002 äußerte sich Dr. Manfred Miller bereits kritisch über die „Verlierer“-Strategie, sich mit den konzeptstarken Drogeriemärkten Rossmann und dm über eine profillose Positionierung anzulegen.

Schon damals war die Aussichtslosigkeit der Schlecker-Positionierung zu erkennen. Schlecker hätte bereits vor der starken Multiplizierung und Internationalisierung des Konzepts einen neuen Grundnutzen und eine höhere Produktivität gebraucht. Interview von Dr. Manfred Miller in der LZ 39/2002

Schlecker fehlte es seit Jahrzehnten im Drogeriemarkt auf der einen Seite an einen Zusatznutzen, der deutlich über den Grundnutzen hinausgeht. Auf der anderen Seite konnte der Drogerie-Filialist auch keine Kostenführerschaft erlangen. Das Unternehmen hat den Grundsatz diskontierender Systeme: „Du sollst kostengetragener Preisführer sein.“ nicht beachtet.

Diese Art von „Verlierer“-Unternehmen können nur dann langfristig weiter bestehen, wenn sie sich auf der Kostenseite und / oder auf der Seite des Kundennutzen drastisch weiter entwickelt hätten.

An beiden Brandherden gleichzeitig zu löschen, lässt sich jedoch nur schwer bewältigen. Unternehmen brauchen dafür meist externe Unterstützung. Diese wurde bei Schlecker viel zu spät in Anspruch genommen.

Das Unternehmen „(…) könnte sich als Nachbarschaftsmarkt und Nahversorger positionieren“, schlug Dr. Manfred Miller 2002 vor. Zur damaligen Zeit haben sich die Lebensmittelbetreiber aus kleinen Städten und Dörfern verabschiedet und kleine Supermärkte in großer Zahl geschlossen. Diese historische Chance hat Schlecker mit seinem Konzept nicht genutzt. Die tatsächlich bestehende Angebotslücke konnte niemals kundenorientierte geschlossen werden. Zu Schlecker gingen nur die Kunden, die aus Mobilitätsgründen nicht anders konnten oder etwas vergessen hatten. Diese Lücke schl0ssen und schließen heute die Lebensmitteldiscounter.

„Schlecker“ hat es 2002 oder bereits deutlich früher versäumt, das Ruder rumzureißen. Der einstige zahlenmäßige Platzhirsch hat, wie weitläufig bekannt, Anfang 2012 Insolvenzantrag wegen Zahlungsunfähigkeit gestellt.

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